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Sprechstunde für Koi-Karpfen

Dr. Schubert und die Luxusfische

Sonntag, 27.02.2011 16.00 Uhr -16.30 Uhr im Ersten

Wenn Koi-Karpfen erkranken, sollte man unbedingt einen Tierarzt rufen, denn diese Fische können locker den Wert eines Kleinwagens erreichen. Die deutsche Fan-Gemeinde des Kois wächst zwar stetig; doch noch ist sie recht überschaubar.

Deshalb gibt es hier auch - anders als in Japan - keine spezielle Ausbildung für Tierärzte. Einer, der es trotzdem drauf hat, ist Christoph Schubert aus Timmendorf an der Ostsee. Der Tierarzt für Kleintiere hat sich sein Fachwissen selbst aneignen müssen. Auch wenn Ente, Katze oder Edelkarpfen für den 37-Jährigen gleichrangige Patienten sind - wenn ein Koi-Besitzer ihn ruft, hat das immer noch etwas besonders Faszinierendes. Deswegen ist Christoph Schubert auch gerne an Ort und Stelle, wenn ein Händler wie Erik Reiner seinen Rat beim Kauf neuer Exemplare braucht. Oder er fährt samt Lebensgefährtin zur weltweit größten Koi-Show ins niederländische Arcen. Hier treffen sich die Liebhaber der rot und schwarz gefleckten Fische, um die schönsten und vor allem größten von ihnen zu prämieren. Koi-Besitzer sind aber beileibe nicht alle gut betucht, wie etwa der Immobilienmakler Andreas Stöckemann.

Die Bandbreite reicht von Otto-Normalverbraucher, der alles Geld, das er beiseite legen kann, für sein Hobby ausgibt bis zum Millionär. Auch die Koi-Preise variieren zwischen 50 und 20.000 Euro pro Exemplar. Allerdings ist Deutschland in der Koi-Zucht noch Entwicklungsland. Es wird wohl noch Jahrzehnte dauern, meint Händler Erik Reiner, bis hierzulande japanische Qualität erreicht wird. Und warum sind diese kostspieligen Fische so beliebt? Alle von Autor Stefan Weiße im Film befragten Koi-Besitzer antworten unisono: "Sie sind so beruhigend. Wenn ich morgens und abends an meinen Teich gehe und die Tiere mir aus der Hand fressen, vergesse ich die Hektik des Alltags." Tierarzt Christoph Schubert hat jetzt auch begonnen, in seinem Garten einen Karpfenteich auszuheben ...

(Quelle: ARD)